Arbeitslosengeld 2 - Agenda 2010 - Hartz IV
Hartz 4 Kochbuch
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Hartz4 Kochbuch

Essen: Genuss hat seinen Preis

Für die meisten Menschen ist die Nahrungsaufnahme sprich der Verzehr von Speisen reine Genusssache. Es wird gegessen was schmeckt. Manchmal kommen zwar zu viele „ungesunde“ Speisen auf den Tisch, beispielsweise Fast Food aus den hiesigen amerikanischen Ketten, oder schlicht weg zu viele Süßigkeiten. Doch für viele Menschen bedeutet Essen nicht den unbedachten Verzehr sämtlicher Lebensmittel. Finanziell schlecht gestellte Personen, meist arbeitslos, müssen in der Regel auf Restaurantbesuche und ähnlichem verzichten. Doch auch das Kochen in den eigenen vier Wänden kann zur finanziellen Belastungsprobe werden. Ein besonders schweres Los haben die heutigen Hartz4 Bezieher gezogen. Mit gut 130 Euro im Monat sollen sich diese ernähren. Eine Frechheit und unmögliche Forderung sei dies, so viele Betroffene. Und es stimmt, es ist schwer sich von ausgerechnet 4,4 Euro am Tag zu ernähren, aber zwei arbeitslose Männer machten es sich zur Aufgabe, ein Kochbuch für genau diese Personengruppe zu erstellen: Das HartzIV Kochbuch.

Konzept und Entwicklung

Zunächst stellten die beiden Autoren (Uwe Glinka und Kurt Meier) des „Kochbuches für Arme“ eine Liste von 28 preiswerten und einfachen Gerichten zusammen, immer den Regelsatz von 4,4 Euro pro Tag im Blickfeld. Doch die Suche nach einem passenden Verlag beziehungsweise Vertrieb, der sich bereit erklärte, diese Marktidee zu unterstützen, gestaltete sich schwierig. Selbst die Verbraucherzentrale verneinte die Anfrage auf eine Zusammenarbeit mit den beiden Jungautoren. So traten sie den Weg zur Presse an: In der RTL-Show „Stern TV“ stellten sie erstmals ihr Projekt vor. Außerdom boten sie den Nutzern des Internets den kostenlosen Download der gesammelten Rezepte auf der Homepage der Sendung an. Die Resonanz war enorm: Tausende E-Mails mit Danksagungen, positiven Kommentaren und Anfragen nach weiteren Rezepten folgten.

Schließlich erklärte sich doch ein Verlag bereit, das Projekt mit den beiden Ex-Arbeitslosen zu starten. Doch bei den 28 Rezepten sollte es nicht bleiben: So wurde eine Ansammlung von Rezepten, angefangen beim Frühstück über das Mittagessen bis hin zum Abendbrot, erstellt.

Nachdem die ersten Exemplare gedruckt waren, wurden diese im Berliner Stadtteil Mahrzahn in einer Jugendeinrichtung verteilt. Dort wurden den Jugendlichen auch das Kochen mit preisgünstigen Lebensmitteln und der Umgang mit solchen beigebracht. Nun sollten die Kinder das erlernte Wissen an die Eltern zu Hause weitergeben.
Das HartzIV-Kochbuch wurde schnell populär und so wurden aus den arbeitslosen Hobbyköchen bekannte Autoren des Kochbuches für Arme. Ihre Geschichte ist sogar soweit verbreitet, dass ein amerikanisch-deutscher Fernsehsender diverse Anfragen über Filme und Dokumentationen stellte!

Doch wie auch immer, die Zwei sind bescheiden geblieben und leben noch immer in ihrer Heimat. Das Projekt habe sie aus der Misere gebracht, untätig den Tag zu hause dahin zu vegetieren, aber den finanziellen Durchbruch habe ihnen das Buch nicht erbracht, so die Schreiberlinge. Dieses kostet zurzeit um die neun Euro und ist ein echter Ratgeber. Denn nicht nur Menschen, die sich vom HartzIV-Regelsatz ernähren müssen, kochen die Rezepte mit Begeisterung nach, auch viele Studenten und Senioren, sprich Personen mit schmalerem Geldbeutel erfreuen sich an diesem Buch.
Und wer weiß: Bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage und den ansteigenden Arbeitslosenzahlen, wird vielleicht auch der Bedarf an solchen Produkten wachsen.